Auszug aus der Chronik der Feuerwehr Gmünd - 
Die ersten 80 Jahre


Später als in den umliegenden Ortschaften wurde in Gmünd die Initiative zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr ergriffen. Im Juni 1896 setzte man sich jedoch zur ersten Besprechung zusammen, die offizielle Gründungsversammlung fand dann am 24.01.1897 statt. Nicht weniger als 45 Mann schlossen sich spontan dem neuen Verein an. Erster Vorstand wurde Herr Lehrer Linhard aus Gmünd, der sein Amt jedoch nicht lange führen konnte, da er genau einen Monat nach seiner Wahl in den Fluten der Creussen den Tod fand. Bereits im Dezember des Gründungsjahres wurde durch die Gemeinde Gmünd eine Löschmaschine angeschafft.

Ihren ersten Grosseinsatz hatte die Gmünder Wehr am 4. Juni 1902, als 4 Wohnhäuser und 2 Schuppen in Hammergmünd in Flammen stand. 73 Feuerwehrmänner aus Gmünd und den umliegenden Ortschaften kämpften gegen die Flammen. Zahlreich waren die Einsätze in der Folgezeit in den Nachbarorten.

Auch das Vereinsleben wurde damals schon recht aktiv gestaltet. Zahlreiche Tanzveranstaltungen wurden abgehalten und an Feuerwehrfesten wurde zahlreich teilgenommen. Freilich ist der finanzielle Erfolg dieser Veranstaltungen mit den heutigen nicht mehr zu vergleichen. Die Chronik berichtet von einem Ball am 22. Februar 1909 im Vereinslokal, bei dem ganze 39 Mark an Eintrittsgeldern kassiert wurden. Die Musik kostete 35 Mark und sonstige Auslagen in Höhe von 3 Mark waren zu begleichen, so dass noch ein "Oberschuss von 1 Mark in die Vereinskasse fliesst", wie der Chronist lakonisch vermerkt. Auch sonst war die Wehr nicht mit finanziellen Mitteln gesegnet, da für die Anschaffung von Uniformen sogar ein Kredit aufgenommen werden musste. Trotzdem konnte eine Vereinsfahne angeschafft werden, die am 07.08.1921 feierlich geweiht wurde und die bis heute stolz dem Verein vorangetragen wird.

Der Erste Weltkrieg riss ein Loch in die Reihen der Wehr. 7 Mitglieder der Wehr fanden den Tod auf den Schlachtfeldern.

Im Juli 1928 erhielt die Gmünder Feuerwehr eine mechanische fahrbare Leiter. Im Jahre 1935 traf die erste Motorspritze in Gmünd ein.

Während des Zweiten Weltkrieges, als alle wehrfähigen Männer der Gemeinde eingezogen waren, mussten die Gmünder Mädchen und Frauen den Dienst an den Löschgeräten versehen. Bei einem Bombenangriff auf Grafenwöhr am 05. April 1945 bekam auch Gmünd etwas ab. Mehrere der in Bruckendorfgmünd zusammengebauten Scheunen brannten nieder, als amerikanische Tiefflieger Brandbomben geworfen hatten.
Noch im selben Monat, nachdem die amerikanischen Truppen bereits in Gmünd waren, musste sämtliches Inventar des Gerätehauses an die Besatzungsmacht abgeliefert werden.

Nach 1945, als Gmünd wieder selbständige Gemeinde geworden war, musste der Feuerschutz neu aufgebaut werden. 19 Mitglieder der Wehr sind gefallen oder vermisst geblieben. Im Mai 1947 erhielt die Wehr wieder ein Motorlöschgerät TS 8. Auf Initiative des damaligen Kommandanten Kneißl wurde ein neues Gerätehaus gebaut, das im Oktober 1949 seiner Bestimmung übergeben wurde.

Verspätet im Jahre 1950 feierte die Wehr ihr 50jähriges Gründungsfest. 1955 erhielt die Wehr eine neue Motorspritze TS 4. 1958 wurde das 60jährige Gründungsfest gefeiert. Im Jahre 1962 lege die erste komplette Löschgruppe das Leistungsabzeichen in Bronze ab. Auf Initiative des damaligen Adjutanten wurde im Jahre 1963 ein Löschfahrzeug (Opel Blitz, Baujahr 1947) günstig angekauft, das am 21. Juli 1963 anlässlich eines Gartenfestes übernommen wurde. Auf Bewerbung hin wurde der Freiwilligen Feuerwehr Gmünd der Kreisfeuerwehrtag 1967 zugesprochen. Am 2. Juli 1967 erlebte Gmünd dann eine "friedliche Invasion der Rothelme", wie es die Presse bezeichnete. Mehr als 50 Vereine aus dem ehemaligen Landkreis Eschenbach hatten daran teilgenommen.

Das alte Gerätehaus in der Ortsmitte konnte aufgrund der vielen Gerätschaften diesen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden. Deshalb wurde im Herbst 1968 der Bau eines neuen Löschgerätehauses beschlossen. Am 12.07.1970 konnte das neue Gebäude, das völlig durch Eigenleistung und Materialspenden der Ehrenmitglieder erstellt wurde, übernommen. Das anschliessende Gartenfest war für die Wehr ein grosser Erfolg. Im November desselben Jahres verstarb der amtierende Vorstand der Wehr, Johann Neubauer. Am 06.01. 1972 wurden daher Neuwahlen abgehalten. Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Gmünd nach einem positiven Abstimmungsergebnis in die Stadt Grafenwöhr eingemeindet. Der Fortbestand der Wehr wurde vertraglich vereinbart. Ebenso wurde in den Vertrag aufgenommen, dass die Gmünder Wehr ein neues Löschfahrzeug erhält. Dies ist dem Gmünder Gemeinderat, an der Spitze Bürgermeister Matthias Krauß, zu danken, die auch ansonsten stets ein offenes Ohr für die Belange der Wehr hatten. Vertragsgemäss wurde das neue Löschfahrzeug Opel Blitz LF 8 von der Stadt Grafenwöhr bestellt und traf am 15.11.1972 in Gmünd ein. Mit einem Fest am 29.07.1973 wurde die Weihe des neuen Löschfahrzeuges gebührend gefeiert. Das Fahrzeug war mit Funk ausgerüstet. Somit verfügte die Freiwillige Feuerwehr Gmünd über eine moderne Ausrüstung. Dies ist letztlich auch ein Verdienst aller Mitglieder, die durch ihre stete Einsatz- und Fortbildungsbereitschaft und ihr Können diese Investitionen rechtfertigen.

Im Frühjahr 1975 beschloss der Verwaltungsrat den Ankauf einer neuen Vereinsfahne. Die alte Fahne war in den 55 Jahren doch sehr mitgenommen worden. Als Motive für die neue Fahne wurden der Schutzpatron St. Florian und die neue Gmünder Kirche sowie die abgebrochene, aus dem vorigen Jahrhundert stammende, alte Kapelle ausgewählt. Die Krönung der ersten 80 Jahre Geschichte war das 80jährige Gründungsfest mit Weihe der neuen Fahne.


Fortsetzung folgt sicherlich


Im Bild: Die Feuerwehr Gmünd vor 22 Jahren